Ana Ivanović spricht über Panikattacken und Karriereende

Ana Ivanović mit emotionalem Geständnis: "Ich habe nie darüber gesprochen"

Ivanovićs Geständnis über mentale Belastung

Die ehemalige Weltranglistenerste im Tennis, Ana Ivanović, hat erstmals öffentlich über die wahren Gründe ihres frühen Karriereendes gesprochen. In einer kroatischen TV-Show enthüllte die 38-Jährige, dass mentale Erschöpfung und Panikattacken eine zentrale Rolle bei ihrer Entscheidung spielten, den Profisport zu verlassen. Sie betonte, dass sie zuvor nie über diese Erfahrungen gesprochen hatte.

Ivanović beendete ihre Karriere Ende 2016, kurz nach ihrem 29. Geburtstag und wenige Tage vor Beginn der Saison 2017. Für viele Fans kam diese Entscheidung überraschend. In der kroatischen Talkshow „(Ne)uspjeh Prvaka“, moderiert vom kroatischen Fußballtrainer Slaven Bilić, gab die Serbin Einblicke in die Hintergründe ihres Rücktritts.

Die Entscheidung sei nicht plötzlich gefallen, sondern habe sich über einen längeren Zeitraum entwickelt. Ivanović erklärte, dass sie bereits in ihren Zwanzigern wusste, dass sie nicht bis zum Alter von 40 Jahren spielen wolle, da sie andere Lebensziele verfolgte. Dennoch waren es vor allem die mentalen Herausforderungen, die sie letztendlich zum Aufhören bewogen.

Verletzungen und die Angst vor dem Platz

Neben persönlichen Prioritäten trugen auch eine Reihe von Verletzungen zu ihrer mentalen Belastung bei. Ivanović schilderte eine Verletzungsspirale, die im Jahr 2015 begann. Sie startete das Jahr gut, erlitt jedoch kurz vor den Australian Open eine Fußverletzung, als sie sich den kleinen Zeh brach. Trotz Schmerzmitteln konnte sie nicht optimal spielen, und das Problem breitete sich auf ihr Knie aus, was zu Knieschmerzen führte.

Diese physischen Probleme führten zu einer zunehmenden mentalen Erschöpfung und ständigen Entzündungen. Die größte Belastung stellte jedoch die Angst dar, die sie vor jedem Betreten des Platzes empfand. Ivanović gestand, dass sie in den letzten Jahren ihrer Karriere sehr starke Panikattacken hatte, sobald sie auf den Tennisplatz ging.

Die Angst wurde so überwältigend, dass sie kaum noch in der Lage war, ihre Leistung abzurufen. Sie beschrieb, wie sie in Panik geriet und nicht mehr funktionieren konnte. Die Vorstellung, am nächsten Tag wieder vor Publikum spielen zu müssen, erfüllte sie mit panischer Angst. Diese internen Kämpfe blieben der Öffentlichkeit lange verborgen.

Ana Ivanovic und Bastian Schweinsteiger haben sich getrennt.
Ana Ivanovic und Bastian Schweinsteiger haben sich getrennt. Credit: merkur.de

Trotz der heftigen Panikattacken fiel es der ehemaligen Nummer 1 der Welt nicht leicht, ihre Karriere zu beenden. Tennis war seit ihrem fünften Lebensjahr ein zentraler Bestandteil ihres Lebens, ihre „erste Liebe“ und etwas, worin sie sehr gut war. Dennoch hatte sie das Gefühl, dass der Zeitpunkt für den Rücktritt der richtige war.

Ivanović gewann in ihrer Karriere insgesamt 15 Titel auf der Tour und war French-Open-Siegerin im Jahr 2008. Ihre sportliche Bilanz ist trotz der mentalen Herausforderungen beachtlich. Sie vermisst zwar die großen Turniere, den Wettkampf und das Adrenalin, bereut ihre Entscheidung aber nicht und ist glücklich mit ihrer aktuellen Situation.

In den letzten Jahren haben sich auch andere Tennisprofis, wie der US-Amerikaner Mardy Fish, über ihre Erfahrungen mit Panikattacken geäußert. Ivanovićs Offenbarung in der TV-Show unterstreicht die Bedeutung der mentalen Gesundheit im Spitzensport.

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Source: t-online.de

Jan Fuchs ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.