Eintracht Frankfurt arbeitet am Chiemsee mit unfertiger Mannschaft

Eintracht Frankfurt und die Hütter-Gaudi am Chiemsee - Frankfurter Rundschau

Vorbereitung am Chiemsee

Eintracht Frankfurt bereitet sich im Trainingslager in Grassau am Chiemsee auf die kommende Saison vor. Cheftrainer Adi Hütter muss dabei mit einer noch nicht vollständigen Mannschaft arbeiten. Das Trainingslager dauert acht Tage und findet in einer Region statt, die auch von anderen Profiklubs wie dem FC Bayern München und Mainz 05 für ihre Vorbereitungen genutzt wurde. Nach der Eintracht wird der VfB Stuttgart dort sein Training fortsetzen.

Ein geplantes Testspiel gegen den türkischen Klub Trabzonspor am Sonntag um 15:30 Uhr wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Dies ist auf eine behördliche Anordnung zurückzuführen, deren Ursprung in Vorfällen aus dem Jahr 2015 liegt. Damals kam es nach einem Testspiel gegen Leeds United in Eugendorf bei Salzburg zu Auseinandersetzungen, bei denen 21 Fans aus Deutschland festgenommen wurden. Die Nachwirkungen dieser Ereignisse führen dazu, dass Anhänger der Eintracht bei Testspielen auf kleineren Sportanlagen in bestimmten Regionen nicht gern gesehen sind.

Die Eintracht entschuldigte sich für den Rückzug aus der Öffentlichkeit, betonte jedoch, dass die Entscheidung auf einer behördlichen Anordnung basiert. Für Trainer Hütter steht die optimale Vorbereitung seines Teams auf die neue Spielzeit im Vordergrund, die unter dem Motto „Versöhnung und Aussöhnung“ steht.

Kaderumbruch und Erwartungen

Hütter, der 56 Jahre alte Österreicher, hat zum zweiten Mal die Aufgabe übernommen, die Eintracht zu mehr Durchschlagskraft zu verhelfen. Mit seiner Rückkehr verbinden sich Hoffnungen auf höhere Intensität und größere Verlässlichkeit in den Abläufen. Die Mannschaft, die er übernommen hat, ist noch unfertig. Einige Spieler, die bei der Weltmeisterschaft waren, sind noch nicht zurückgekehrt. Nathaniel Brown und Aurèle Amenda haben den Verein verlassen. Can Uzun und Ellyes Skhiri sind wieder ins Team integriert, und Ritsu Doan wird in Grassau zur Mannschaft stoßen. Andere Spieler wie Arthur Theate, Fares Chaibi, Ayoube Amaimouni und Elye Wahi werden erst Anfang August zurückerwartet.

Der Kader soll im Laufe der Vorbereitung noch ein anderes Gesicht bekommen. Sportvorstand Markus Krösche steht unter Druck, den Kader zu verschlanken und zu verstärken. Spieler wie Niels Nkounkou, Eric Dina Ebimbe und Jessic Ngankam, die zuletzt verliehen waren, könnten den Verein verlassen. Auch für Michy Batshuayi und Noel Futkeu, der für 1,3 Millionen Euro zurückgekauft wurde, um ihn für zehn Millionen Euro weiterzuverkaufen, wird ein Abnehmer gesucht.

Auch Spieler, die zuletzt zum Stamm gehörten, könnten den Verein verlassen, wenn der Preis stimmt. Dazu gehören Theate, Chaibi, Skhiri, Jean-Matteo Bahoya, Hugo Larsson und Ritsu Doan. Die Eintracht ist auf Einnahmen angewiesen, die teilweise reinvestiert werden sollen. Elye Wahi, für den die Eintracht 20 Millionen Euro erwartet, ist ein Kandidat für einen Abgang, wobei das Geld am liebsten in Arnaud Kalimuendo reinvestiert werden würde. Es ist jedoch unklar, ob Nottingham den Stürmer ziehen lässt, da der ehemalige Frankfurter Trainer Oliver Glasner dort tätig ist und sich lobend über Kalimuendo geäußert hat.

Ziele und nächste Schritte

Hütter drängt auf Verstärkungen, insbesondere im Mittelfeld, wo Raphael Onyedika von Brügge als Top-Kandidat gilt. Auch im Angriff, auf den defensiven Außenbahnen und in der zentralen Verteidigung werden noch Spieler benötigt. Die Eintracht ist in der vergangenen Saison hinter den eigenen Ansprüchen zurückgeblieben und hat die Qualifikation für den Europapokal verpasst, obwohl das Finale der Europa League im kommenden Mai im eigenen Stadion stattfinden wird.

Die erste Vorbereitungsphase endet mit einem Spiel gegen Waldhof Mannheim am Samstag, den 1. August, um 17 Uhr. Danach erhalten die Spieler einige freie Tage, bevor die Vorbereitung fortgesetzt wird. Der Pflichtspielalltag beginnt Mitte August. Am 21. August tritt die Eintracht im Pokal gegen den SC St. Tönis an und acht Tage später in der Bundesliga gegen Union Berlin.

Adi Hütter kehrt fünf Jahre nach seinem ersten Engagement bei der Eintracht zurück an den Main.
Adi Hütter kehrt fünf Jahre nach seinem ersten Engagement bei der Eintracht zurück an den Main. Credit: fr.de

Sportvorstand Krösche steht in der Pflicht, den Kader so zu gestalten, dass die Eintracht wieder erfolgreicher wird. Der Prozess der Veränderung hat bereits begonnen, wie die Verpflichtung von Noël Aséko und der Verkauf von Aurèle Amenda zeigen. Hütter ist die Dynamik des Frankfurter Fußballstandorts vertraut und er weiß um die emotionalen Auswirkungen von Entscheidungen rund um den Verein. Die Eintracht wird nach dem 2. September, nach Schließung des Transferfensters, mit der endgültigen personellen Zusammensetzung in die erste Saisonhälfte gehen.

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Source: fr.de

Emma Berger ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.