Wattenscheid: Gina Lückenkemper erklärt Tränen nach Deutschem Meisterschaftsrennen

Lückenkemper kämpft mit gesundheitlichen Problemen
Gina Lückenkemper, die in Soest aufgewachsene Sprinterin, erreichte bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Wattenscheider Lohrheidestadion den dritten Platz über 100 Meter. Nach dem Rennen zeigte sich die Athletin sichtlich emotional in einem TV-Interview und erklärte unter Tränen die Gründe für ihre Leistung. Ein Zeckenbiss am Hinterkopf hatte ihr Nervensystem beeinträchtigt und zu einem erheblichen Trainingsausfall geführt.
Die 29-jährige Sprinterin, die für den SCC Berlin startet, musste in den Wochen vor dem Wettkampf Antibiotika einnehmen. Dies führte dazu, dass sie große Teile ihres Trainings nicht wie geplant absolvieren konnte. Lückenkemper beschrieb die letzten Wochen als eine „absolute Achterbahnfahrt“, da sie nicht wusste, was ihr Körper leisten würde.
Auswirkungen auf die Leistung und EM-Qualifikation
Die gesundheitlichen Probleme wirkten sich auch auf ihr Gleichgewichtssystem aus. Lückenkemper berichtete, dass sie während des Starts mit dem Kopf wackelte, da ihr Gleichgewichtssystem nicht richtig mitarbeitete. Dies machte ihr den Start, der ohnehin schon schwierig war, noch komplizierter. Die Europameisterschaft in Birmingham, die vom 10. bis 16. August stattfinden soll, war aufgrund dieser Schwierigkeiten ebenfalls in Gefahr.
Im Finale der 100 Meter belegte Gina Lückenkemper mit einer Zeit von 11,29 Sekunden den dritten Platz. Schneller waren Jolina Ernst vom TV Wattenscheid und Emma Goretzka vom LAC Berlin, die beide 11,26 Sekunden liefen. Rebekka Haase landete mit 11,30 Sekunden auf dem vierten Rang. Trotz des dritten Platzes zeigte sich Lückenkemper zufrieden, da sie angesichts ihrer gesundheitlichen Probleme nicht damit gerechnet hatte, drei Runden laufen und das Podest erreichen zu können.
Wendrich hadert trotz Silbermedaille
Auch Hochspringer Falk Wendrich vom LAZ Soest stand bei den Meisterschaften auf dem Podest und gewann die Silbermedaille. Er übersprang 2,15 Meter, ebenso wie Tobias Potye von Munich Athletics, der jedoch aufgrund der Fehlversuchsregel Gold gewann, da er die Höhe im ersten Versuch meisterte. Wendrich zeigte sich nach dem Wettkampf unzufrieden und hatte das Gefühl, eine Chance auf den deutschen Meistertitel vergeben zu haben.
Wendrich äußerte seine Enttäuschung, da er sich körperlich stark gefühlt hatte und der Sieg zum Greifen nah schien. Er bedauerte, dass er die Höhe von 2,19 Metern nicht überwinden konnte, die er nicht als unüberwindbar empfand. Für die Europameisterschaft in Birmingham ist eine Bestätigungsnorm von 2,23 Metern erforderlich.
Während des Wettkampfes kam es zu einem dramatischen Zwischenfall, als Tobias Potye beim Anlauf gegen einen Ständer der Hochsprunganlage prallte und sich eine blutende Verletzung zuzog, woraufhin er den Wettkampf abbrechen musste. Falk Wendrich zeigte Mitgefühl für seinen Rivalen und betonte ihre freundschaftliche Verbindung. Trotz der persönlichen Enttäuschung über seine eigene Leistung war Wendrichs letzter Sprung über 2,15 Meter ein „Riesensprung“, bei dem er sich leicht fühlte.
Für Gina Lückenkemper endete in Wattenscheid eine Serie von vier aufeinanderfolgenden deutschen Meistertiteln über 100 Meter. Im Vorlauf gewann sie ihr Rennen in 11,45 Sekunden knapp vor Talea Prepens, die ebenfalls 11,45 Sekunden erreichte. Im Halbfinale steigerte sie sich auf 11,37 Sekunden und setzte sich gegen Rebekka Haase (11,41 Sekunden) durch. Lediglich Emma Goretzka war im Halbfinale mit 11,32 Sekunden schneller.
Im Finale konnte Lückenkemper ihre Saisonbestleistung von 11,21 Sekunden und ihre persönliche Bestzeit von 10,93 Sekunden nicht erreichen. Ihre Zeit von 11,29 Sekunden reichte jedoch für den dritten Platz. Die Bronzemedaille bewertete sie positiv, da sie froh war, dass ihr Körper die drei Runden mitgemacht hatte, nachdem der Zeckenbiss ihr Nervensystem erwischt hatte.
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Source: bild.de