Tadej Pogacar gewinnt Etappe in Alpe d’Huez trotz Team-Virus

Tadej Pogacar hat die 19. Etappe der Tour de France gewonnen, die in Alpe d’Huez endete. Der slowenische Radprofi sicherte sich seinen fünften Etappensieg bei dieser Frankreich-Rundfahrt und baute seine Gesamtführung aus. Dies geschah, obwohl sein Team UAE Emirates von einem Magen-Darm-Virus betroffen ist.
Pogacar, der das Gelbe Trikot trägt, fuhr die Etappe in einer schwarzen Hose. Spekulationen zufolge könnte dies eine Vorsichtsmaßnahme sein, um mögliche „Unglücke“ aufgrund des Virus zu verdecken. Sein Teamkollege Brandon McNulty ist bereits ausgeschieden, während andere Fahrer wie Adam Yates und Tim Wellens sich unwohl fühlten oder noch fühlen.
Pogacars Leistung und Rekord
Der 27-jährige Pogacar trat zwölf Kilometer vor dem Ziel aus einer Verfolgergruppe an und überholte alle vor ihm liegenden Fahrer. Er setzte sich auf den 128 Kilometern gegen den Franzosen Lenny Martinez und Richard Carapaz aus Ecuador durch, die mit einem Rückstand von gut zweieinhalb Minuten auf den Plätzen zwei und drei landeten. Pogacar baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Remco Evenepoel auf 7:11 Minuten aus.
Nach dem Rennen äußerte sich Pogacar erfreut über seinen Sieg: „Es ist cool, hier zu gewinnen. Eine verrückte Atmosphäre den Berg hoch. Ich bin für meine Teamkollegen gefahren. Ich hatte gute Beine und es gibt nicht so viele Jungs, die mit mir mitfahren können. Die anderen in der Gruppe spielten miteinander, das habe ich gesehen und ich habe es genutzt.“ Er fügte hinzu, dass der Samstag die härteste Etappe der Tour sein werde.
Pogacar stellte auf dem Anstieg nach Alpe d’Huez einen neuen Rekord auf. Er bewältigte die 13,8 Kilometer lange Schlusssteigung in 35:26 Minuten. Damit unterbot er die Bestmarke von Marco Pantani aus dem Jahr 1995 um 1:13 Minuten. Pantani hatte den Berg damals in 36:40 Minuten erklommen. Pogacar war sich des Rekords nach eigenen Angaben nicht bewusst: „Ich habe keine Ahnung, was Pantanis Zeit war, wenn ich ehrlich bin. Ich bin in den letzten Wochen sehr viel weg vom Internet geblieben und habe nicht viel daran gedacht. Ich habe gehört, dass ich den Rekord gebrochen habe, und das macht mich glücklich. Ich wollte einfach ein gutes Rennen zeigen und heute gewinnen.“
Dies war Pogacars 26. Etappensieg in seiner Karriere bei der Tour. Damit übertreffen ihn in der Rekordliste nur noch Mark Cavendish sowie die fünffachen Toursieger Eddy Merckx und Bernard Hinault. Obwohl er sein Bergtrikot an den Ecuadorianer Richard Carapaz abgeben musste, zeigte sich Pogacar zufrieden mit seiner Leistung.
Herausforderungen im Team und Schutzmaßnahmen
Das Team UAE Emirates kämpft mit einem Magen-Darm-Virus, der sich im Feld ausbreitet. Neben Brandon McNulty, der bereits ausgeschieden ist, fühlten sich auch Adam Yates und Tim Wellens unwohl. Pogacars Helfer Nils Politt verneinte am Donnerstag, dass Pogacar selbst betroffen sei. Trotz der Schwierigkeiten zeigte sich Teamchef Matxin Fernández stolz auf die Leistung seines Teams: „Tadej ist ein unglaublicher Junge, ein unglaublicher Anführer, ein unglaublicher Champion, es ist ein unglaubliches Team. Wir haben immer an Tadej geglaubt und ich bin so super stolz auf ihn. Wir haben so viele Probleme mit Krankheiten in dieser Woche, daher ist es unglaublich, was die Jungs alle leisten. Das ist eine der besten Mannschaften, die ich je betreut habe.“
Pogacar selbst bleibt optimistisch und schätzt das Risiko einer Ansteckung durch Fans höher ein als innerhalb des Teams. Dennoch hat der Rennstall Schutzmaßnahmen ergriffen. Nils Politt erklärte: „Die, die sich unwohl fühlen, essen auf dem Zimmer. Dazu Hände desinfizieren und Masken auf.“ Am Freitag ging es Adam Yates trotz des Virus besser, und er konnte Pogacar noch für 1500 Meter zehn Kilometer vor der Ziellinie unterstützen. Yates betonte die Strapazen: „Wir leiden sehr, sehr viel. Da ist eine Krankheit im Team und wir haben schwierige Tage. Ich bin auch nicht bei 100 Prozent, aber die Jungs sind gut drauf.“
Die 113. Tour de France geht am Samstag mit einer weiteren anspruchsvollen Etappe weiter, die erneut nach Alpe d’Huez führt, allerdings über eine andere Route und eine deutlich schwerere Anfahrt. Am Abend des Samstags soll der Sieger der Tour feststehen, bevor die Rundfahrt am Sonntag in Paris endet.
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Source: bild.de