Mertesacker äußert sich zu seiner künftigen Rolle als DFB-Geschäftsführer

Per Mertesacker hat sich in einem emotionalen Instagram-Post zu seiner bevorstehenden Rolle als Sport-Geschäftsführer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) geäußert. Er wird die Position ab dem 1. Januar 2027 übernehmen und folgt damit auf Andreas Rettig, dessen Amtszeit zum Jahresende endet. Mertesacker betonte, dass der deutsche Fußball für Millionen Menschen eine Herzensangelegenheit sei, die Generationen verbinde und bleibende Momente schaffe.
Die Möglichkeit, ab 2027 Verantwortung beim DFB zu übernehmen, erfülle ihn mit großer Demut. Er sieht die Weiterentwicklung des deutschen Fußballs, insbesondere des Nachwuchses, als eine riesige Aufgabe und seine Motivation. Mertesacker drückte seine Vorfreude aus, gemeinsam mit vielen Menschen den deutschen Fußball in die Zukunft zu führen.
Mertesackers Weg zum DFB
Mertesacker, ein Weltmeister von 2014, wird der erste Spieler dieser Mannschaft sein, der eine höhere Funktionärsrolle beim DFB übernimmt. Seine Ernennung war nicht gänzlich unerwartet, da er bereits zuvor sein Interesse an einer Tätigkeit beim DFB bekundet hatte. Er hatte geäußert, dass er dem deutschen Fußball, dem er viel zu verdanken habe, etwas zurückgeben wolle, falls dies gewünscht sei. Der Kontakt zum DFB sei nie abgerissen, und in der letzten Woche vor der Bekanntgabe habe die Dynamik zugenommen.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte Mertesackers neue Position zu Beginn der Pressekonferenz zur Vorstellung von Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer bekannt gegeben. Mertesacker wird einen Vertrag bis 2030 erhalten. Neuendorf erklärte, dass der Verband Mertesacker Ende des Jahres in einer gesonderten Presserunde vorstellen werde, da er bei Klopps Präsentation noch fehlte.
Mertesacker wird beim DFB für die Bereiche Nationalmannschaften, einschließlich der Frauennationalmannschaften, und die Akademie verantwortlich sein. Dies scheint angesichts seiner vorherigen Tätigkeit nach dem Ende seiner Spielerkarriere passend. Von 2018 bis zum Sommer leitete er die Akademie des FC Arsenal, die Neuendorf als eine der renommiertesten Nachwuchsakademien Europas bezeichnete. Während seiner Zeit als Nachwuchschef bei Arsenal debütierten mehr als zwanzig frühere Jugendspieler des Klubs in der Profimannschaft, darunter der englische Nationalspieler Bukayo Saka.

Mertesacker selbst äußerte sich zu seiner Arbeit im Jugendbereich mit den Worten: „Mit Demut, dem Willen, hart zu arbeiten, und der nötigen Geduld wollen wir die Talente und Persönlichkeiten fördern, die den Unterschied ausmachen.“ Bei seinem Abschied in London im Mai bezeichnete Arsenal-Trainer Mikel Arteta ihn als „eine Legende“ und lobte seine Leistungen als Spieler und in der Akademie als unglaublich.
Schlüsselmomente und Karriereweg
In seinem Instagram-Post nannte Mertesacker drei Schlüsselmomente, die er mit dem DFB und der Nationalmannschaft verbindet:
- Den Moment im Jahr 1996, als Oliver Bierhoff Deutschland mit seinem Golden Goal zum Europameister schoss, was seine Begeisterung in Leidenschaft verwandelte.
- Das WM-Finale 2002, das er als Fan miterlebte, und den Anruf von Jürgen Klinsmann im Jahr 2004, der sein Leben veränderte und ihn Teil der Nationalmannschaft werden ließ.
- Die zehn Jahre, die folgten, mit fünf großen Turnieren, bei denen die Mannschaft jedes Mal mindestens das Halbfinale erreichte, und schließlich dem Weltmeistertitel 2014.
Mertesacker blickt auf eine Karriere zurück, die von Kontinuität geprägt ist. Er spielte für vier Vereine: TSV Pattensen, Hannover 96, Werder Bremen und Arsenal London. Zudem trug er zehn Jahre lang mit Stolz das Trikot der Nationalmannschaft, für die er insgesamt 104 Länderspiele absolvierte. Er war ein wichtiger Bestandteil der Weltmeistermannschaft von 2014.
Zuvor hatte Mertesacker als TV-Experte im ZDF seine Ansicht geäußert, dass im deutschen Fußball einiges schieflaufe. Er betonte die Notwendigkeit, sich vieles wieder hart zu erarbeiten, und stellte die Frage, ob die aktuelle Situation dem Anspruch der Fußballnation Deutschland entspreche. Diese kritische Haltung und sein Engagement für die Nachwuchsförderung prägen seine Erwartungen an die neue Aufgabe.
Mertesacker hatte bereits im SZ-Interview über seine Arbeit in London gesagt, dass die Veränderung im Jugendbereich mindestens sieben bis zehn Jahre dauere, was die langfristige Natur seiner neuen Aufgabe unterstreicht.
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Source: bild.de