Alpe d’Huez: Rubio erleidet Gesichtsverletzungen nach Unfall, Paret-Peintre verliert Bergtrikot

Der kolumbianische Radprofi Einer Rubio musste die Tour de France nach einem schweren Unfall auf der Etappe nach Alpe d’Huez aufgeben. Rubio, vom Team Movistar, prallte mit dem Gesicht gegen die Heckscheibe eines Begleitfahrzeugs des UAE Team Emirates, das abrupt abbremsen musste. Der Vorfall ereignete sich etwa fünf Kilometer vor dem Ziel.
Berichten zufolge erlitt der 28-Jährige mehrere Platzwunden im Gesicht, die mit 20 Stichen genäht werden mussten. Trotz der Schwere der Verletzungen gab sein Team bekannt, dass keine Brüche festgestellt wurden. Rubio konnte das Krankenhaus in Grenoble noch am selben Abend verlassen.
Unfallursache und Auswirkungen
Der Unfall wurde durch einen Zuschauer ausgelöst, der auf die Straße rannte, um etwas aufzuheben, und dabei vor das Begleitfahrzeug fiel. Das Fahrzeug legte eine Vollbremsung hin, woraufhin Rubio ungebremst aufprallte. Videoaufnahmen in sozialen Medien bestätigen die Vollbremsung.
Zum Zeitpunkt des Unfalls befand sich Rubio auf dem Weg zur legendären Bergankunft. Der Radprofi Tobias Halland Johannessen, der etwas hinter Rubio fuhr, beschrieb den Vorfall als sehr dramatisch. Rubio wurde nach dem Crash von Zuschauern von der Straße gezogen und behandelt, wobei er stark blutete.
Die medizinische Versorgung für Rubio dauerte etwa eine Stunde. Nach der Behandlung wurde er mit mehreren Verbänden im Gesicht gesehen. Dieser Vorfall unterstreicht die Gefahren, die durch die großen Zuschauermassen bei der Tour de France entstehen können, insbesondere an den Anstiegen wie in Alpe d’Huez.
Vor dem Unfall lag Rubio nach der 18. Etappe auf dem 27. Platz der Gesamtwertung. Sein Ausscheiden ist ein Rückschlag für ihn und sein Team Movistar. Die Tour de France wird von Tadej Pogacar angeführt, der sich auf dem Gipfel von Alpe d’Huez seinen fünften Tagessieg bei der Tour 2026 sicherte.
Paret-Peintre und das Bergtrikot
Während des Rennens auf der 19. Etappe erlebte Valentin Paret-Peintre einen kurzen Traum vom Bergtrikot. Er sammelte zunächst einige Punkte, konnte die Führung jedoch nicht halten. Offenbar verließen ihn die Kräfte, und er fiel im Feld zurück.

Stattdessen sicherte sich Richard Carapaz wichtige Zähler beim Etappenfinale in Alpe d’Huez und übernahm das gepunktete Trikot. Die aktuelle Bergwertung zeigt Richard Carapaz mit 91 Punkten an der Spitze, gefolgt von Tadej Pogacar mit 90 Punkten und Valentin Paret-Peintre mit 84 Punkten. Remco Evenepoel liegt mit 42 Punkten auf dem vierten Platz.
Auf der 18. Etappe hatte Valentin Paret-Peintre den vierten Platz belegt, was jedoch nicht ausreichte, um das Bergtrikot zu übernehmen. Er sammelte auf dieser Etappe 19 Punkte, womit ihm mit insgesamt 69 Punkten genau ein Punkt zum damaligen Führenden Tadej Pogacar fehlte. Ein dritter Platz hätte ihm die Führung in der Bergwertung eingebracht.
Weitere Entwicklungen und Rekorde
Tadej Pogacar stellte in Alpe d’Huez einen neuen Rekord auf. Er bewältigte den 13,8 Kilometer langen Alpenanstieg in 35:26 Minuten und war damit 1:24 Minuten schneller als Marco Pantani, der den Berg 1995 in 36:50 Minuten erklommen hatte. Dies entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 23,3 km/h für Pantani.
Im Kampf um das Grüne Trikot des Punktbesten konnte Mads Pedersen seinen Vorsprung weiter ausbauen. Er gewann die Sprintwertung der 19. Etappe und erhöhte sein Konto auf 502 Zähler, während sein Konkurrent Jasper Philipsen, der 445 Punkte hat, leer ausging. Biniam Girmay liegt mit 361 Punkten deutlich zurück.
Die 19. Etappe startete in Gap und führte über 128 Kilometer. Die Strecke umfasste den Col de Bayard auf knapp 1250 Metern und den Col de Noyer, einen Anstieg der 1. Kategorie, bevor es zum finalen Anstieg nach Alpe d’Huez ging. Die 21 Kurven hinauf nach Alpe d’Huez erstrecken sich über knapp 14 Kilometer.
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Source: sportschau.de