Hinweise auf Wettmanipulationen bei der WM

Hinweise auf Wettmanipulationen bei der WM
Ein Bericht der Group of Copenhagen, einem unabhängigen Netzwerk zur Aufdeckung von Manipulationen bei Sportwettbewerben, hat sieben Hinweise auf mögliche Spielmanipulationen während der WM 2026 vorgelegt. Diese Hinweise betreffen potenzielle Unregelmäßigkeiten bei Wettaktivitäten. Das Netzwerk wurde vom Europarat gegründet, um Manipulationen im Sport zu bekämpfen.
Die Group of Copenhagen bewertet solche Hinweise mit einem Farbsystem. Ein „gelber Hinweis“ deutet auf erste Anhaltspunkte für mögliche Unregelmäßigkeiten hin, die eine weitere Prüfung erfordern. Schwerwiegendere Kategorien sind „Orange“ für erhöhte Alarmbereitschaft bei konkreten Hinweisen und „Rot“ für höchste Alarmbereitschaft bei eindeutigen Belegen. Laut Mitteilung des Netzwerks wurden keine orangen oder roten Hinweise ausgesprochen.
Der Fall Folarin Balogun im Fokus
Ein Bericht, der sich auf Informationen von „The Athletic“ stützt, bringt den Vorfall um den Platzverweis und die spätere Aussetzung der Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun in Verbindung mit einem möglichen Wettbetrug. Die Aussetzung der Sperre des Stürmers war während der Endrunde ein viel diskutiertes Thema.
Dem Bericht zufolge soll der auf Kryptowährungen basierende amerikanische Prognosemarkt Polymarket am 2. Juli eine Wettoption eröffnet haben, die fragte: „Wird Folarin Balogun gegen Belgien spielen?“ Dies geschah am selben Tag, an dem der US-Stürmer im Achtelfinale gegen Bosnien und Herzegowina die Rote Karte erhielt.

Der Verdacht auf Handel mit Insiderwissen steht im Raum, da für die anderen Profis, die während der WM eine Rote Karte erhielten, keine derartigen Wettmärkte eröffnet und auch keine Sperren nachträglich ausgesetzt wurden. Die Group of Copenhagen hat daher bei der FIFA eine offizielle Anfrage gestellt und um eine schriftliche Stellungnahme zum Fall Balogun gebeten.
Unterschiedliche Bewertungen von FIFA und Group of Copenhagen
Die FIFA hatte zuvor in einer Erklärung mitgeteilt, dass ihre Integritätsarbeitsgruppe auf Grundlage der während des gesamten Turniers erhobenen und analysierten Informationen „weder verdächtige Wettaktivitäten noch Anzeichen für Spielmanipulationen im Zusammenhang mit irgendeiner Partie“ festgestellt habe. Die FIFA betonte die enge Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe, der auch die Group of Copenhagen angehörte, wodurch „potenzielle Hinweise auf Spielmanipulationen sowie etwaige Maßnahmen fachkundig, koordiniert und rasch beurteilt werden“ konnten.
Die Group of Copenhagen hat jedoch sieben gelbe Hinweise auf potenzielle Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Wetten identifiziert, was im Widerspruch zu den Aussagen der FIFA steht. Die Ausweitung der WM auf Mannschaften erforderte laut der Group of Copenhagen „verstärkte Überwachungsmaßnahmen“.

Erstmals wurde auch eine kontinuierliche Überwachung von Prognosemärkten durchgeführt. Diese Märkte unterscheiden sich von klassischen Wettbüros, da sie als Makler agieren und Käufer und Verkäufer mit gegensätzlichen Erwartungen an ein Ereignis zusammenführen. Die Group of Copenhagen erklärte, dass diese Märkte neue Herausforderungen für die Integrität darstellen, da sie oft anonyme Wetten mit schwer nachzuverfolgenden Zahlungsmethoden ermöglichen. Die Group of Copenhagen hat eine offizielle Anfrage an die FIFA gerichtet.
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Source: ran.joyn.de